
Jugendliche der Sekundarschule „Leben Lernen" aus Schneidlingen
auf Bildungstour: Unterricht außerhalb des Klassenzimmers
Magdeburg/Schneidlingen
Einblick hinter die Fassade des Parlaments am Magdeburger Domplatz erhielten Schüler aus Schneidlingen. Kürzlich statteten
Jugendliche der 9. und 10. Klasse dem Landtag einen Besuch ab.
Auch die Ausstellung „Magdeburg lebt – Kriegsende und Neubeginn" haben sie sich
angesehen. Zwei Mädchen berichten über Erfahrungen, Eindrücke und das Erlebte.
Mara Sophie Mellotat und Luci Gallinat haben im Namen ihrer Mitschüler einen
kleinen Bericht verfasst. „Mitarbeiter des Kulturhistorischen Museums standen uns während unseres Rundganges Rede und Antwort", stellen sie die fachliche Betreuung
positiv heraus. So sei ein Bild der schweren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eindrucksvoll beschrieben worden. „Es ist einfach unglaublich, wie viel in Magdeburg
zerstört war und wie viel wieder aufgebaut wurde. Ob Politik, Wirtschaft, Bildung
oder Kultur, alles musste neu organisiert werden." Den Schülern aus Schneidlingen
habe vor allem ein historisch eingerichtetes Klassenzimmer am Ende des Rundganges
sehr gefallen. „Die ganze Klasse saß auf den Schulbänken, die für die Jungen viel zu
klein waren, und fast jeder hat sich vorgestellt, wie etwa seine Großeltern einst dort
saßen." Alles in allem sei es toll, dass solche Gegenstände aus dem Unterricht
früherer Zeiten erhalten geblieben sind, finden die Mädchen. Sie verbinden das
mit einem bestimmten Bewusstsein. „Immerhin gehören wir zu der letzten Generation, die sozusagen Zeitzeugen aus dieser Zeit hat und mit ihnen ins
Gespräch kommen kann."
Für sie war aber auch die zweite Station des Ausfluges
beeindruckend. Gemeint ist ein Besuch imLandtag. „Zuerst wurden wir freundlich von einer Mitarbeiterin begrüßt, die uns durch das Gebäude führte, etwas zur Geschichte
des Hauses und des Landes erzählte.
Danach gingen wir in den Plenarsaal. Auf der Besuchertribüne durften wir Platz nehmen. Obwohl die Mittagspause bereits vorbei war, betraten viele Abgeordnete
erst nach und nach den Saal, obwohl die Sitzung bereits begonnen hatte. Darüber
waren wir ganz schön verwundert. In der Schule hätte es dafür Stress gegeben."
Das Thema der Sitzung lautete: „Missbilligung der Haushaltsdurchführung
der Landesregierung". Die Mädchen schreiben:„Obwohl zum Thema gerade ein
Diskussionsbeitrag gehalten wurde, stellten wir doch etwas entsetzt fest, dass
einige Abgeordnete scheinbar gelangweilt und abgelenkt waren, sodass sie
beispielsweise mit ihren Handys und Laptops beschäftigt waren und sich nicht auf
den Redner konzentrierten." Später im Gespräch mit einem Abgeordneten
wurde das hinterfragt. Den Jugendlichen wurde erklärt, dass vor der Landtagssitzung
über die Themen in den Ausschüssen teilweise mehrfach beraten wird. Somit sei der
Inhalt der Debatten für viele Beteiligte nicht fremd. „Deshalb war es danach für uns etwas verständlich, dass, wenn die Standpunkte öfter wiederholt werden, man dann
schon mal gelangweilt sein kann." Schließlich wollen die Mädchen und Jungen ihren
Lehrern und allen danken, die das Vorhaben unterstützten: „Uns allen
gefiel sehr gut, dass sich die Mitarbeiter des Landtages und des Museums mit guter Laune um uns kümmerten."
Ein Kontaktformular für
Besucheranfragen im Landtag
steht
im Internet
(www.
landtag-sachsen-anhalt.de)
zur
Verfügung.
Quelle: Volksstimme 9. Januar 2012
